Stärkste Ladesäule der Region

Stärkste Ladesäule der Region

 

An der ersten 150-kW-Ladesäule in der Region auf dem Diepholzer Aral-Autohof (von links): Hassan Jaber, Projektleiter der Firma Jantzon & Hocke, Geschäftsführer Lars Jantzon und Andreas Hüsker von Mercedes Anders. Foto: Jansen


Diepholz – Etwa eine Million Elektroautos werde es im Juli in Deutschland geben, kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag an. Für die weitere Akzeptanz der E-Mobilität fehlen aber noch viele Ladesäulen – besonders solche, an denen das Schnell-Laden möglich ist. In Diepholz gibt es jetzt so eine – als erste in der Region. Auf dem Aral-Autohof im Nordwesten von Diepholz, wo sich am Kreisel die Bundesstraßen 51, 69 und 214 treffen, steht sie. Diese Lademöglichkeit hat eine Leistung von bis zu 150 Kilowatt (kW) – und damit ein Vielfaches der verbreiteten 22-kW-Ladesäulen oder den Zuhause üblichen 11-kW-Säulen. Für die Installation war eine technische Voraussetzung notwendig.

„Ein einfacher Anschluss an das Stromnetz reicht für diese Leistung nicht“, erklärte Lars Jantzon, Geschäftsführer der Firmengruppe Jantzon & Hocke (Sulingen), die unter anderem Tankstellen betreibt. Beim Bau des im Jahr 2010 eröffneten Aral-Autohofes hatte Jantzon eine Trafo-Station installiert, die nun für die Stromversorgung der Säule genutzt werden kann. „Andere Tankstellen haben meist nur einen einfachen Stromanschluss“, so Lars Jantzon.

Allerdings können nicht alle E-Autos die Schnell-Ladefunktion nutzen. Für diese Fahrzeuge drosselt die Säule die Leistung automatisch.

Eine Drosselung erfolgt auch, wenn zwei E-Autos gleichzeitig geladen werden, dann stehen also die vollen 150 Kilowatt nicht zur Verfügung.

Die neue Säule am Diepholzer Autohof hat vier Ladeanschlüsse: einen für Autos mit Schnell-Ladefunktion, für das Normal-Laden einen Stecker und eine Steckdose für mitgebrachte Kabel sowie einen Stecker für Fahrzeuge bestimmter asiatischer Hersteller. Für Beispielladungen standen bei der Präsentation Autos von Mercedes-Benz und Renault an der Ladesäule. Die Ladezeit ist sehr individuell und hängt von Akkukapazität und Ladetechnik ab.

„Der Autohof soll zum Anlaufpunkt auch für Fahrer von Elektroautos werden“, verweist Hassan Jaber, Projektleiter der Jantzon Tankstellen GmbH, auf die Verbindung der neuen Säule mit der Gastronomie im Tankstellen-Gebäude, wo die Ladezeit überbrückt werden kann.

„Der Strom für die Säule wird zum Teil in der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Waschanlage des Autohofes erzeugt“, erklärte Jaber: Wenn keine Sonne schient, werde der Bedarf durch Jantzon & Hocke, deren Tochterfirma auch Strom liefert, mit 100 Prozent Ökostrom aus norwegischen Wasserkraftwerken gedeckt.

An der neuen Säule kostet eine Kilowattstunde für Normal-Lader (bis 43 kW) 49 Cent, für Schnell-Lader 68 Cent. Zum Vergleich: Zurzeit werden für eine Kilowattstunde Haushaltsstrom etwa 26 Cent verlangt.

Diese Preise gelten für die einfache Zahlung mit Kreditkarten. Eine Registrierung oder Nutzung von Smartphone-Apps ist nicht erforderlich. Diese unkomplizierte Zahlungsart ist an Stromladesäulen noch sehr selten.

Bei Zahlung mit Ladesäulen-Karten von Autoherstellern oder anderen Firmen unterscheiden sich die Preise je nach Kartenanbieter. Barzahlung und Zahlung per Girocard sind an der Auto-Ladesäule nicht möglich. Die Abrechnung erfolgt über das Unternehmen Virta.

Laut Lars Jantzon hat Jantzon & Hocke einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ in die Schnell-Ladesäule investiert. Mit 12 000 Euro förderte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die neue Lademöglichkeit für E-Autos in Diepholz.

Quellenangabe: Sulinger Kreiszeitung vom 15.07.2021, Seite 9